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Mönchbruch
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Trotz der vielen Beeinträchtigungen durch Lärm, Luftverschmutzung und verstopfter Straßen hat der Rhein-Main-Ballungsraum erhebliche Attraktivität für die hier lebende Bevölkerung. Nicht nur wegen der zahlreichen Arbeitsplätze, sondern auch aufgrund der großen noch erhaltenen Naturlandschaften, die intensiv für die Naherholung genutzt werden.

Eines dieser wertvollen Areale und eines der letzten Feuchtgebiete Südhessens ist der “Mönchbruch von Mörfelden und Rüsselsheim”, in dem an manch schönen Frühlingstagen mehrere zehntausend Besucher gezählt werden können.

Obwohl wegen der Nähe zur Startbahn 18 West der Flugzeuglärm manchmal unerträglich wird, zieht der Mönchbruch die Besucher in seinen Bann.

Die Komposition aus großflächigen Feuchtwiesenarealen und alten Eichenwäldern bietet daneben Lebensraum für viele seltene Tier - und Pflanzenarten. Über Jahrtausende hinweg hat der Mönchbruch ohne Frage seinen eigenen Reiz bis in unsere Zeit bewahren können.

Seit Anfang der 30iger Jahre des letzten Jahrhunderts gab es erste Bestrebungen zur Unterschutzstellung von Waldarealen im Bereich des “Schlangenloches” und der “Dachnau”.

Uralte Eichen, offene Wasserstellen, Erlenbruchwälder, Großseggensümpfe und Röhrichte beherrschen dort auch heute noch das Landschaftsbild.

Bereits mit Verordnung aus dem Jahre 1954 wurden 44 ha des Schlangenloches und der Dachnau zum Naturschutzgebiet erklärt. Es folgte im Jahr 1974 die Erweiterung mit der Hinzunahme der ausgedehnten Erlenbruchwaldgesellschaften des “Breiten Bruches”, die das Naturschutzgebiet auf eine Fläche von 89,3 ha vergrößerten.

1981 erkannte man, dass nicht nur die Waldflächen, sondern auch die Wiesenflächen des südlichen Mönchbruches eine hohe Schutzwürdigkeit besitzen und verband die beiden Naturschutzgebiete “Dachnau” und “Breite Bruch” miteinander.  Damit wuchs die unter Naturschutz gestellte Fläche auf eine Größe von annähernd 485 ha.

Vierzehn Jahre später, also 1995, erweiterte man das Naturschutzgebiet um die Walldorfer Bruchwiesen, den Faulbruch, die Birkenseewiese, sowie große Teile des Schlichters und Teile des Mörfelder Unterwaldes. Der Mönchbruch erreichte dadurch eine Flächengröße von 937 ha, die in Hessen nur noch vom NSG “Kühkopf-Knoblochsaue” übertroffen wird. 

Die nur geringe Flächenausdehnung von Brachen und ungenutzten Flächen lässt erkennen, dass der Mönchbruch eine sehr stark vom Menschen beeinflusste Kulturlandschaft ist. In dieser, durch eine extensive Art der Nutzung gekennzeichneten Landschaft, hat sich eine große floristische und faunistische Vielfalt entwickeln und erhalten können.

Die Schutzwürdigkeit für das gesamte Areal musste vor der Erweiterung des Naturschutzgebietes 1993 und 1994 durch eine Erfassung der Tier- und Pflanzenwelt noch einmal nachgewiesen werden. Das dem Regierungspräsidium Darmstadt im August 1994 vorgelegte Schutzwürdigkeitsgutachten (Verfasser Jacobi-Hilgendorf) dokumentiert über 540 wildwachsende Pflanzenarten, die in den ausgedehnten Wäldern und Wiesen des Mönchbruches vorkommen.

Diese Pflanzenvielfalt – und eine ähnlich große Vielfalt an Tieren - wird übrigens nur in ganz wenigen Naturschutzgebieten erreicht.

Für Erholungssuchende ermöglichen viele Fuß- und Radwege, eine Wildbeobachtungshütte und eine Aussichtsplattform ausgezeichnete Einblicke in die Natur. 65 Informationstafeln und eine mittlerweile eingerichtete Naturschutzwacht geben Auskunft über die Besonderheiten des Gebietes.

Für die nächsten Jahre ist die Errichtung eines Naturschutzzentrums in den Mauern des Jagdschlosses durch den Förderverein geplant, was eine konsequente Fortführung begonnener Maßnahmen und eine sinnvolle Investition in die Zukunft darstellen würde.