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Mönchbruch
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Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges konnten die Landgrafen von Hessen-Darmstadt nicht nur ihr Land, sondern auch ihre Jagdrechte außerordentlich erweitern. Die Blütezeit der Jagd lag im beginnenden achtzehnten Jahrhundert, zu Zeiten von Ernst Ludwig und Ludwig VIII.

Landgraf Ernst Ludwig (1667 - 1739) und Ludwig VIII (1691 - 1768) werden deshalb heute als die "Jagdlandgrafen" der früheren Wildbannforste bezeichnet.

Der Darmstädter Landgraf Ernst Ludwig war es dann auch, der in dem wildreichen Gebiet des Mönchbruches von 1730 bis 1732 ein Jagdschloss errichten ließ, um seiner Jagdleidenschaft nachgehen zu können. Er führte übrigens die in Frankreich so beliebte Parforcejagd (berittene Hetzjagd, mit abgerichteter Hundemeute) 1708 am Darmstädter Hof ein, jedoch nicht zur Freude aller. Für die Hetzjagden mit bis zu hundert berittenen Jägern und Hundemeuten englischer Herkunft eignete sich das flache Gelände des Mönchbruches besonders gut.

Das Jagdschloss bestand ehemals aus 6 Wohngebäuden, dem eigentlichen Jagdschloss, zwei Häusern für den hohen Adel und 3 Pavillons für den niederen Adel und die hohen Beamten. Im Süden, an der heutigen Bundesstraße, lag ein großes Gebäude mit Stallungen, Remisen und sonstigen Nebengebäuden.

Ludwig VIII, Sohn des Erbauers, nutzte das Jagdschloss Mönchbruch nicht sehr häufig, weshalb die Gebäude schnell verfielen.

Bereits nach 1836 wurden die drei schönsten Pavillons, also die Herrenhäuser, zum Abbruch versteigert. Die neuen Eigentümer hatten zwischen 635 und 2225 Gulden dafür bezahlt. Zwei Häuser gingen nach Groß-Gerau und eines nach Bischofsheim, wo die Häuser wieder aufgestellt wurden. Um die verbliebene Schlossanlage Mönchbruch vor dem völligen Untergang zu bewahren, nahm sich Großherzog Ludwig III, der im Revolutionsjahr 1848 an die Regierung kam, des Schlosses an und ließ es 1855 wiederherstellen.

Im Westlichen der drei noch erhaltenen Pavillons wurde der Oberförster samt Forstamt untergebracht. Das mittlere Gebäude diente dann als das neuerliche Jagdschloss, das östliche Gebäude als Kavalierbau. Die Dienerschaft musste Unterkunft in den Mansarden des Stallgebäudes beziehen.

Das Forstamt behielt seinen Sitz bis zum 1. April 1931 im Schlossareal. 1932 brachte man einen Arbeitsdienst im Schloss unter, der Bachregulierungen im Mönchbruch vornahm.

Ihm folgte 1937 der Reichsarbeitsdienst. Nach dem 2. Weltkrieg richtete man 1947 ein Altersheim ein, welches 1971 im Vorfeld des Baues der Startbahn 18 West aufgegeben werden musste.

In den achtziger- und Anfang der neunziger Jahre fanden etwa 250 - 300 Asylbewerber im Schloss Unterkunft. Bis Anfang 2003 lebten etwa 90 - 120 Leiharbeiter in den Gebäuden, die an Großbaustellen in der Region arbeiteten.

Zurzeit wird das Jagdschloss renoviert durch die derzeitigen Eigentümer.

Das u.a. Bild zeigt das Jagdschloss nach der Fertigstellung im Jahre 1732.